Eine erfolgreiche Unternehmensnachfolge braucht mehr als Verträge – sie lebt von Verantwortung, Dialog und Planung. Im Interview teilt Timo seine Erfahrungen und zeigt, wie ein gestalteter Übergang gelingen kann – menschlich, strategisch und nachhaltig.
Timo Seggelmann, Sie sind Gründer eines noch jungen Unternehmens und haben das Thema Nachfolge selbst erlebt. Welche Erfahrungen haben Sie dabei geprägt?
Ich habe mein erstes Unternehmen, das Softwareunternehmen slashwhy, selbst aufgebaut und erfolgreich übergeben – erst operativ, dann gesellschaftsrechtlich. Unternehmerisch habe ich gelernt, wie viel Vorbereitung nötig ist und wie früh man damit beginnen muss. Bei mir war der Auslöser der Wunsch nach einer langen Reise mit der Familie.
Menschlich war es sehr emotional, das eigene „Baby“ loszulassen und eine neue Perspektive auf das Lebenswerk zu finden. Das gelingt nur, wenn man ein höheres Ziel erkennt als die eigene Bindung zum Unternehmen.
Jetzt wollen Sie selbst Unternehmen bei Nachfolgeprozessen begleiten. Was ist Ihnen dabei wichtig?
Nachfolge ist für mich kein reiner Verkauf, sondern ein gestalteter Übergang. Neben wirtschaftlichen Faktoren zählen auch Kultur, Werte und die Menschen. Ziel ist, dass unsere Mandanten sagen: „Das Unternehmen ist in guten Händen – ich kann mit gutem Gefühl loslassen.“ Deswegen Oak Horizon – die Eiche am Horizont, die der Gründer mit Freiheit betrachten kann.
Haben Sie bestimmte Prozesse, die immer greifen, oder ist jeder Auftrag völlig individuell?
Jede Nachfolge ist individuell, der Mensch steht im Fokus. Wir erfassen die Vision der Inhaber, sprechen mit der zweiten Führungsebene und analysieren den Markt. So entsteht ein Gesamtbild, aus dem wir gemeinsam eine Zukunftsvision und den Weg zum Loslassen entwickeln.
Welche Unterschiede und Herausforderungen bringen unterschiedliche Nachfolge-Lösungen mit sich?
In Familien spielen persönliche Beziehungen, Erwartungen und Rollenbilder oft eine größere Rolle – das kann Prozesse beschleunigen oder bremsen.
Bei externen Käufern ist Vertrauen in Strategie, Kultur und Zukunftssicherung entscheidend. In beiden Fällen bauen wir Brücken zwischen Vergangenheit und Zukunft – im Familienkontext mit mehr Beziehungsarbeit, extern stärker über klare Strukturen und Kommunikation.
Wie agieren Sie als Berater in solchen Prozessen?
Es braucht Empathie, um Lebenssituationen zu verstehen, und Pragmatismus, um Entscheidungen voranzubringen. Wir hören zu, sprechen Blockaden an und sorgen dafür, dass Übergaben gelingen – zum Wohl des Unternehmens, der Arbeitsplätze und der Region.
Wenn ein Nachfolgeprozess stockt oder länger dauert: Wie können Sie das überbrücken?
Manchmal ist eine interimistische Geschäftsführung sinnvoll. Über unser Netzwerk können wir kurzfristig erfahrene Führungskräfte einbinden oder Mitgesellschafterlösungen initiieren.
Sie können aber auch mehr als „nur“ Nachfolge. Wie unterstützen Sie sonst noch?
Wir begleiten Unternehmer ganzheitlich und steigern Unternehmenswerte – vom nächsten Wachstumsschritt über Markterweiterungen bis zur Übergabe. Wir helfen beim Aufbau klarer Strukturen, leistungsfähiger Vertriebswege und einer tragfähigen Kultur. Ziel ist, Unternehmen so aufzustellen, dass sie stabil und unabhängig wachsen – mit nachhaltigem Erfolg.
